Carmenère

Die rote Rebsorte Carmenère stammt eigentlich aus Frankreich, aus dem Bordeaux. Vor allem wurde sie in Saint Emilion und im Médoc mit der Cabernet Franc zu Cuvées verarbeitet und war damit Bestandteil vieler hervorragender Weine. Die Rebe wies jedoch eine hohe Empfindlichkeit auf, verrieselte leicht und brachte in vielen Jahren wenig Ernteertrag. An der Gironde hat sie deshalb an Bedeutung verloren. Beste Anbaubedingungen findet die Carmenère in Chile. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts, wie viele andere französische Rebsorten, nach Chile eingeführt. Die reblausfreien Weingärten Chiles boten der Carmenère beste Bedingungen. Man hielt sie jedoch bis Anfang der 90er Jahre für eine Variante der Rebsorte Merlot. Der französische Ampelograph Jean Michel Boursiquot zeigte jedoch auf, dass die Carmenère kein Klon der Merlot ist, sondern die alte Vitis vinifera aus dem Bordelais.