Biowein

Man bezeichnet dann einen Wein als Biowein, wenn er nach sämtlichen Richtlinien des ökologischen Weinbaus gekeltert wurde und die Auflagen der Kontrollverbände in vollem Maße eingehalten wurden.

Zu den Auflagen und Vorschriften gehört ein vollständiger Verzicht auf genetisch abgewandelte Organismen, chemische Pflanzenschutzmittel oder Fungizide. Wird aus gutem Grunde auf künstlich erzeugte Behandlungsmittel verzichtet, bedeutet das einen höheren Arbeits- und Kostenaufwand für das Weingut, die sich letztlich auch im Weinpreis widerspiegeln. Zur Herstellung eines Bioweins wird alles Erdenkliche getan, um ein ausgewogenes, natürliches Gleichgewicht zu schaffen: So setzt man auf Nützlinge und Pflanzen, die mit und für den Weinberg arbeiten. Auf ökologische Art und Weise werden so der Boden und die Rebstöcke widerstandsfähiger und erreichen eine ausgesprochen gute Qualität.

Auch wenn ein biologischer Wein bewusster erzeugt wird, bedeutet das keineswegs, dass jeder Biowein auch ein gleichzeitig ein guter Wein ist. Denn er ist zwar natürlich produziert worden, doch leider findet man weder unter den Aromastoffen oder den Mineralstoffen eine Substanz, die „Bio" erschmecken, erreichen lässt. Sie schmecken also nicht grundsätzlich besser, nicht einmal anders.
Leider werden auch Bioweine wegen der Haltbarkeit mit Schwefel konserviert, doch nicht immer wird dies auf dem Etikett ausgewiesen, weil kein Hersteller in diesem Fall dazu verpflichtet ist.

Nicht nur die Konsumenten der Bioweine spalten sich, sondern auch die der Produzenten. Hier gibt es zum einen die Winzer, die unter vollem, geistigem und körperlichem Einsatz, nicht nur wegen dem Bioboom, sondern aus absoluter Überzeugung, mit hohen Arbeitskosten keinen Qualitätswein preiswert anbieten können. Aber es gibt auch die Betriebe, die mit der Bezeichnung Bio Massenweine produzieren, sogar Discounter sind längst auf den Zug aufgesprungen.