Eiswein

Bei der Überlegung eines Winzers, einen Eiswein herzustellen, ist der Einsatz sehr hoch - zum einen, weil es enorme Geduld erfordert und zum anderen die Trauben den Winter über am Rebstock dem Frost ausgesetzt sind.

Es gleicht also einem Roulettespiel, denn bis zum Februar spielt der Winzer gegen die Launen der Natur. Verliert er, verliert er alles! Gewinnt er, bringt er eine Kostbarkeit auf den Markt, die nur 10 % der Basismenge in Flaschen füllen kann. Die restlichen 90 % wurden herausgeschnitten oder sind dem Wetter erlegen. Was Winzer bei einem Eiswein zuweilen leisten, wird von den allermeisten Konsumenten völlig unterschätzt. Eine Eiswein-Lese findet in den frühen Morgenstunden statt, die Beeren werden gefroren von den Stöcken gelesen, die Finger schmerzen vor Kälte, um am Ende gerade einmal etwa 4 Hektoliter aus einem Hektar Rebfläche produzieren zu können.

Die geringe Produktionsmenge, die erschwerten Arbeitsbedingungen, machen nicht nur den Geschmack kostbar, sonder auch den Preis stolz.

Durch das Gefrieren der Beeren besitzen die Eisweine, im Vergleich zu den Auslesen, einen hohen Säureanteil und eine konzentrierter Palette Inhaltsstoffe. Beeren für einen Eiswein werden erst ab einer Minustemperatur von minus 7 °C, ideal sind minus 10 °C, geerntet. Diese Trauben müssen noch im gefrorenen Zustand gekeltert werden - ein Ausruhen ist nach der schweren Arbeit daher nicht möglich. Durch den niedrigeren Gefrierpunkt des Saftes bleibt das gefrorene Wasser zurück und das Ergebnis ist hochkonzentrierter Most.

Bei der Herstellung von Eiswein ist die höchste Prämisse die Qualität. Da verzichtet ein ehrwürdiger Winzer gerne auf die Quantität. Nur wer das ganze Jahr über mit den am Rebstock befindlichen Trauben haushält, kann im Winter Eiswein produzieren. Ob sich die Arbeit und der Preis lohnen, erfährt man spätestens, wenn man ihn einmal in Kombination mit Edelschimmelkäse probiert hat!