Gutedel

Weltweit ist der Weiße Gutedel, ebenso wie der Rote Gutedel, als Tafeltraube bekannt. Als Keltertraube baut man sie überwiegend in der Schweiz an, aber auch in Deutschland: Besonders im Markgräflerland ist es eine gefragte Sorte. Vermutungen besagen, dass der Gutedel aus der Türkei kommt. Ein Diplomat soll ihn aus Konstantinopel mitgebracht haben, doch einige sehen seine Herkunft in der Nähe von Frankreichs Toulouse, wieder andere in Ägypten. Die Triebspitzen des Gutedels sind offen, nur kahl behaart und rotbraun. Seine Triebe sind weitknotig, besitzen lange Ranken und neigen zur Bildung von Geiztrieben. Die Trauben sind recht groß und dichtbeerig. Besonders gut gedeiht der Gutedel in windgeschützter Lage, da er zur Kälteempfindlichkeit neigt. Der ideale Boden für den Gutedel ist ein fruchtbarer und auf keinen Fall zu trockener, doch auch Böden mit einem hohen Kalkanteil liegen ihm. Die Erträge der einzelnen Rebstöcke sind meistens so gut, dass vor allem zur Gewinnung von Tafeltrauben eine weitläufige Pflanzung ratsam ist. Der aus der Traube gekelterte Wein ist in der Regel blass bis zartgelb, präsentiert das Aroma einer reifen Birne, sowie buttrige Nuancen. Geschmacklich ist der Gutedel leicht nussig und weist eine sanfte Fruchtsäure auf. Sein Alkoholgehalt liegt zumeist bei etwa 11 bis 12 % Vol., der Säureanteil bei 5,5 g/l. Auch wenn es eher ein leichter, süffiger Wein ist, bringt er durch eine langsame Vergärung auch ausdrucksstarke Ergebnisse hervor. Wer seinen Gästen leichte Gerichte servieren möchte, hat mit dem Gutedel den passenden Wein parat. In Deutschland kennt man den Gutedel auch häufig unter der Bezeichnung Moster, Schönedel, Süssling. In der Schweiz als Chasselas, Fendant, Dorin oder Perlan. In den anderen europäischen Ländern trägt er wiederum andere Synonyme.