Heilen mit Wein in der Geschichte

Schon in der Bibel wurden Wunden verbunden und mit Wein und Öl übergossen. Bereits auf einer Tontafel aus einer Zeit etwa 2000 vor Chr. wurde von der heilenden Wirkung des Weins geschrieben. Auf diesem „Rezept" stand, gemeinsam mit anderen Mitteln, der Wein. Es ist auch bekannt, dass schon damals Wein als Lockstoff für die Wirkstoffe in Kräutern galt.

Ein weiterer Meilenstein in der Weinmedizin legte Hippokrates in den Jahren 460 bis 377 vor Chr., der auf der griechischem Insel Kos, Wein als Schmerzmittel und Beruhigungsmittel einsetzte. Er will mit Wein sogar toxische Darmprobleme gelöst haben. In den Jahren um 190 nach Chr. verwendete ein weiterer griechischer Arzt den Wein, um Erkrankungen und Beschwerden - diesmal äußerlich - zu behandeln. Wein galt als Antiseptikum, um Wunden zu desinfizieren und sollte Verbrennungen und Entzündungen heilen.

Hildegard von Bingen war es schließlich, die 1179 zuerst erkannte, dass man - wenn man dem Wein Pflanzen untermischt - die Wirkung noch potenzieren kann.

Im 18. Jahrhundert, genauer gesagt 1753, wurde dann ein „Weinarzt" herausgegeben, nachdem bereits der Leibarzt des preußischen Königs mit der Weinkur Erfolg hatte. In dem Buch „Weinarzt" gibt es etliche Rezepte, für jedes Wehwehchen den passenden Wein, die passende Mischung. Fiebermittel, Mückenstiche, Verstopfungen - es gab nichts, wogegen ein Schluck Wein, äußerlich oder innerlich, nicht hätte zur Linderung beitragen können. Mit dem Trend, auf natürliche Hausmittel umzusteigen, wird auch der Wein als Heilmittel wieder entdeckt. Frei nach einem Sprichwort „Wo es an Wein fehlt, braucht man Medizin".