Kellermeister

Für viele ist der Beruf des Kellermeisters mehr als ein Lehrberuf, mehr als ein Handwerk, sondern eine künstlerische Berufung.

Wenn man es sachlich beschreiben möchte, so übernehmen Kellermeister bzw. Kellermeisterinnen die Führungs- und Fachaufgaben in der Kellerwirtschaft. Sie planen, überwachen und delegieren unter anderem die verschiedenen Arbeitsprozesse, sorgen für die Qualität und steuern Marketingaktionen. Der Arbeitsplatz ist in der Regel in Keltereibetrieben, Winzergenossenschaften, Weinbaubetrieben und Kellereien, einige sind auch im Weingroßhandel angestellt. Vereinzelt finden Kellermeister und Kellermeisterinnen auch im Einzelfachhandel oder in der Gastronomie Anstellung. Doch was umfasst nun tatsächlich die umfangreichen Aufgaben des Kellermeisters? Er sichtet die Trauben für den Wein und entscheidet über deren Verwendung, er ist für die Kelterung verantwortlich, kontrolliert und führt den Gärungsprozess. Der Kellermeister erzieht den Wein, sorgt für seine Reife im Stahltank oder überwacht geduldig den Barriqueausbau, übernimmt die Schönung, Filtrierung, erhält die Stabilität des Weines. Er entscheidet, ob gezüchtete Hefe eingesetzt wird oder wilde Hefe, ob dem Wein Säure entzogen oder mit Most aufgezuckert wird. Er ist also für die Herstellung der typischen Weine zuständig. Von der Ernte, über die Gärung, den Reifeprozess, die Abfüllung - er lenkt den Wein stets in die hoffentlich richtige Richtung. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten: erwiesene und umstrittene, chemische und biologische.

Der Kellermeister ist also der Weinmacher, durch die Modernisierung liegt sein Schwerpunkt inzwischen in der Führung von Personal. Wer zur Kellermeisterprüfung zugelassen werden möchte, muss einen anerkannten Beruf in der Kellerwirtschaft mit Erfolg absolviert haben. Ein solcher Ausbildungsberuf ist zum Beispiel der Weinküfer.