Malvasia

Viele verschiedene weiße Rebsorten aus Italien oder von der iberischen Halbinsel tragen den Begriff Malvasia in ihrer Bezeichnung. Alle sind vermutlich griechischen Ursprungs und aus der Antike. Sie sind charaktervoll, sehr alkoholhaltig und bringen eine hohe Süße mit sich. Nicht alle Weine sind weiße, einige präsentieren sich auch als helle Rotweine. Von der Gesamtanbaufläche her, zählt Malvasia zu den größten zehn Weißweinsorten auf der Welt. Der Name ist eine Ableitung von der griechischen Hafenstadt Monemvasia. Diese galt als wichtiger und bedeutender Handelsplatz - vor allem für die berühmten Dessertweine, insbesondere von Candia, dem heutigen Kreta. Aus diesem Namen entstand eine eigene Malvasia-Variation, die Malvasia di Candia. Geschmacklich erinnert Malvasia an den Muskatteller. Zur Zeit der venezianischen Republik genoss Malvasia ein so hohes Ansehen, dass in Venedig jedes Weingeschäft Malvasie hieß. Auch die französische Form Malvoisie ist gebräuchig, Engländer nennen die Rebsorte Malmsey. Bei einigen Variationen der Malvasia handelt es sich um Verschnitte des Trebbiano. Sie gelten in der Regel als oxidationsanfällig, was jedoch nicht zwingend als Nachteil gilt. Sortenreine Weine aus Malvasia gibt es in Mittelitalien nur selten. Vor Sizilien liegen die Liparischen Inseln, wo die Rebsorte Malvasia di Lipari produziert wird, die die Basis für den mild-lieblichen und goldgelben Likörwein bietet. Die wichtigsten der etwa 50 Vertreter der Malvasia Familie sind Malvasia di Sardegna, Lavasia di Lipari, Malvasia di Candia Aromatica, Malvasia del Lazio, Malvasia Istriana, Malvasia Bianca di Candis, Malvasia Bianca di Basilica und Malvasia Bianca Lunga.