Mutation

Eine Mutation ist eine genetische Abwandlung, durch die eine neue Rebsorte entsteht. Daher werden durch die Veränderung von Erbinformationen weitere Generationen entwickelt, was Reben mit neuen Eigenschaften hervorbringt. Man unterscheidet bei der Mutationszüchtung zwischen der natürlichen und künstlichen Mutation.

Eine natürliche Mutation entsteht durch sprunghafte Veränderung der Erben. Solche sind visuell kaum festzustellen - sei denn, es entstehen Farbveränderungen, die meistens von dunkel zu helleren werden. Dass viele heutige Rebsorten Mutationen sind, kann auch auf die Mutation zurückzuführen sein, denn zur Zeit der Antike gab es erheblich mehr rote Sorten, als heute.

Eine künstliche Mutation kann durch Bestrahlung hervorgerufen werden, aber auch durch die chemische Einwirkung an Samen, Stecklingen oder anderen Teilen der Pflanze. Durch die Bestrahlung kann man manche Eigenschaften beeinflussen. Eine Methode, die jedoch stark umstritten ist.

Bei nur geringen Abwandlungen der Ausgangsrebe bezeichnet man die „neue" Rebe als Spielart oder Variante. Erst bei augenscheinlichen Abweichungen wird eine Rebe als Mutant deklariert. Nicht alle Rebsorten tendieren zu einer Mutation, einige jedoch sind gleich mehrfach Lieferant von neuen Sorten geworden. So entstanden zum Beispiel aus Spätburgunder die Mutation Weiß- und Grauburgunder, ebenfalls zur Mutation neigt Muskateller. Die beiden berühmtesten Mutationen der vergangenen Jahre sind der Kernling, welcher aus dem Kerner entstand, und Findling, dessen Erbonkel Müller-Thurgau war.

Eine Mutation als Klon zu bezeichnen, wäre fatal, da es sich nicht um eine Kopie handelt, sondern eine Rebe mit neuem Erbmaterial.