Nuragus

Der Name dieser weißen Rebsorte wurde von den italienischen, für Sardinien typischen Turmbauten, „Nuragen" abgeleitet, die aus der Zeit der Bonnanaro Kultur stammen. Mit dieser Rebsorte ist ein großer Teil der gesamten Rebfläche Sardiniens (knapp 43.000 Hektar) bestockt. In der Regel liefern diese Weine mit eher leichtem und trockenem Charakter. Diese spät reifende Sorte wird auf Sardinien in dem kleinen DOC-Gebiet mit dem Namen Nuragus di Cagliari angebaut. Man geht inzwischen davon aus, dass diese Rebe von den Phönikern auf die Insel gebracht wurde. Auch wenn die Nuragusrebe auf der ganzen Insel gute Bedingungen vorfindet, ist sie um Cagliari am verbreitesten, daneben befinden sich noch größere Rebflächen in Nuoro und Sassari. Die Rebstöcke liefern recht hohe Erträge, obwohl die spätreifenden Sorte eher mittelmäßige Wuchskraft hat. Auch wenn diese Rebe einen Wein mit geringen Säureanteil und nur durchschnittlicher Qualität liefert, gelingt es den besten Winzern auf Sardinien, das Potenzial ansehnlich auszuschöpfen. Synonyme für Nuragus sind neben Abbondosa, Carnaccia, Granazza auch Meragus. Wegen ihrer hohen Erträge wird sie auch als Axina de Popurus, was so viel bedeutet wie „Rebe der Armen", genannt.