Oechslegrad

Der Oechsle-Grad ist die Einheit bzw. der Wert, mit dem im Mostsaft der Zuckergehalt gemessen wird. Namensgeber dieser Einheit ist ein Goldschmied aus Pforzheim, Christian Ferdinand Oechsle: Er entwickelte eine Mostwaage, die grammgenau angibt, um wie viel ein Liter Most schwerer ist, als ein Liter Wasser, orientiert jeweils an einer Temperatur von 20° C.

Da bei der Gärung aus Mostzucker Alkohol wird, kann man durch die Messung, also den Oechsle-Grad, auch den Alkoholgehalt des zu kelternden Weines herleiten, der Oechsle-Grad zeigt ebenfalls an, wie süß der Wein ist. Das deutsche Weingesetz hat festgelegt, dass eine Spätlese mindestens über 85 Grad Oechsle Mostgewicht aufweist, eine Trockenbeerenauslese muss 150 Grad Öchsle aufweisen. Der Oechsle-Grad wird auf dem Weinetikett nicht deklariert, doch die meisten Weinkonsumenten achten eher selten auf die Angaben des Etiketts. Doch ob aus einem Wein ein Kabinett, Spätlese, Auslese oder Qualitätswein wird, entscheidet letztendlich der Oechsle-Grad. Selbstverständlich besitzt jeder Qualitätsstandard seine Anforderungen.

 Sobald die Beerenlese beginnt, wird das Mostgewicht beobachtet. Winzer wissen genau, dass die Traube, je reifer sie ist, über einen höheren Zuckergehalt verfügt, der ja für das Mostgewicht verantwortlich ist. Der Winzer kann mit Hilfe der Waage die Dichte des Traubensaftes ablesen, in Relation mit der Dichte des Wassers zeigt diese Waage den Grad Oechsle an. Eine Dichte von 1,084 besagt ein Most in Höhe von 84 Oechsle.