Pestizide

Pestizide sind Pflanzenschutzmittel, die entweder biologisch oder chemisch-synthetisch eingesetzt werden, um Pflanzenerzeugnisse oder Pflanzenstämme vor schadhaften Organismen zu bewahren, beziehungsweise im Vorfeld davor zu schützen. Man verwendet aber auch Pestizide, um die Lebenswege der Pflanzen zu steuern: So werden manche genutzt, um das Wachstum zu reduzieren, oder aber auch, um vollkommen Unerwünschte zu vernichten.

In den klassischen Weinbaubetrieben werden Insektizide, Herbizide und Fungizide verwendet. In wieweit solche Pestizide beim Konsumenten landen, ist nicht in allen Fällen nachgewiesen. Auch Langzeitschäden sind noch nicht ausreichend untersucht worden, daher können keine genauen Aussagen getroffen werden, wie sich die Gifte im menschlichen Körper auswirken. Doch solche Pestizide haben nicht nur auf den Menschen einen negativen Einfluss, sondern auch auf die Natur. Zum einen, weil Schädlinge schnell resistent werden und somit neue, härtere Geschütze aufgefahren werden müssen, aber auch, weil Nützlinge dabei vernichtet werden. Daher werden, überwiegend Pflanzenschutzmittel genutzt, die schnell abbaubar sind - was jedoch auch nur ein schwacher Trost ist, denn so entstehen andere Substanzen. Aber es ist in jedem Fall weniger schädlich und zweifelhaft, wie die „Chemiehämmer" von den Weinbauneulingen. Hier wird teilweise noch Heptachlor und DDT verwendet - Mensch und Tier scheinen dabei völlig egal zu sein.

In den biologischen und kontrollierten Weingütern ist der Einsatz von Pestiziden verboten. Hier setzt man auf einen sich selbst regulierenden Ökokreislauf. Man versucht, menschliche Eingriffe nahezu zu vermeiden, eine mechanische Bearbeitung ist jedoch gestattet. Um sich vor Insekten zu schützen, werden diverse Maßnahmen durchgeführt: Man bestockt mit unempfindlichen Reben, die entsprechend den klimatischen Bedingungen angepasst ausgewählt wurden, unterstützt das Ökosystem durch kontrollierte Begrünung, schonende Bodenaufarbeitung und Verwendung von Mikroorganismen. Falls es trotz der vorbeugenden Maßnahmen doch zu Schädlingsbefall kommt, darf man Pheromonfallen aufstellen, Brennesseljauche (oder alternative Pflanzenmischungen), Algentalk oder anderen rein biologische Mittel wählen.

Das Risiko des Pilzbefalls versucht man zu verhindern, in dem man entsprechend unempfindlichen Reben verwendet - zum Beispiel Tonerdenpräparate oder ähnliches.