Reberziehung

Da Reben nun einmal Kletterpflanzen sind, benötigen sie Kletterhilfen. Hier gibt es verschiedene Varianten, die sich von Anbaugebiet zu Anbaugebiet unterscheiden können.Die Erziehungsform hat einen Einfluss auf den Rebertrag. Es gibt weit über 50 Reberziehungsmethoden.

Als Varianten der Reberziehung gibt es die Bogenerziehung, die vor allem in deutschen Anbaugebieten häufig angewandt wird - sie ist auch als Halbbogenerziehung bekannt. Hierbei sind zwei horizontal verlaufende Drähte nötig, die Rute läuft an der oberen entlang und ist an der unteren fixiert. Bei einer kompletten, also Ganzbogenerziehung, meint man die klassische Pfahlerziehung, bei der die Ruten vom Rebstock hinweg nach unten gekrümmt und an den Pfahl befestigt werden. Bei dieser Erziehung steht jeder Rebstock für sich und wird von einem Pfeiler unterstützt. Die wohl älteste Reberziehung ist das Gobelet-System, hier wird der Stamm der Rebe kurz gehalten und nur selten die Reben gestützt. Sind die Ruten stark befruchtet, biegen sie sich aufgrund der Schwere nach unten. Die Erträge sind hierbei gemindert, was aber in manchen Regionen für Spitzenweine sorgt.

Vor allem in Europa ist das Guyot-System sehr verbreitet, bei dem die Nähe der Fruchtrute zum Rebstamm eine entscheidende Rolle spielt und auch vom Rebschnitt abhängig ist.

Auf mehr als 90% der Rebfläche Österreichs hat sich die Hochkultur durchgesetzt. Bei diesem System wird ein Drahtgestell bis auf 1,40 m hochgezogen, an dem die Reben in weitem Abstand sich hoch ziehen können. Durch diesen Abstand ist eine maschinelle Weiterverarbeitung oder Ernte leichter möglich. Außerdem sind sie so wegen der Luftzufuhr weniger anfällig für Pilzbefall. Die weltweit am verbreitesten Reberziehung ist das Kordon-System, bei dem bis zu zwei Rebschenkel stehen bleiben und die nach dem Rebschnitt links und rechts an den Drähten festgebunden werden. Des Weiteren gibt es noch die Pergolaerziehung: Hier ranken die Ruten an einem Holzgestell - eine Methode, die sehr ertragreich, aber auch qualitätmindernd ist.