Reblaus

Die korrekte Bezeichnung der Reblaus lautet Viteus vitifoliae: Sie stammt aus der Familie der Zwergläuse und ist etwa 1,4 mm groß. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika, ist aber inzwischen auf allen Weinanbaugebieten der Welt „zu Hause" und sorgt zuweilen für verheerende Schäden.

Bei dem Lebenskreislauf der Reblaus handelt es sich um einen holozyklischen Wechsel zwischen der Rebwurzel und dem Rebstock. Manche der Wurzelläuse entwickeln sich im Herbst zu Nymphen, die den Wurzelraum verlassen und als Reblausfliegen den Entwicklungszyklus an der Oberfläche in Gang setzen. Diese Reblausfliegen legen weibliche Eier an die Rebstockrinde, aus denen Eingeschlechtler schlüpfen, die sich paaren. Die begatteten weiblichen Geschlechtstiere legen nun ein Winterei in eine Rinderitze, aus denen im nächsten Frühling Maigallenläuse schlüpfen, die Blattgallen entwickeln und an den Reben weitere 1.200 Eier legen. Das sind dann schließlich blattgeborene Wurzelläuse und diese wandern wieder zu den Wurzeln der Rebe, womit sich der Kreislauf wieder schließt. So werden zu jeder Jahreszeit, entweder über- oder unterirdisch, Wurzelläuse entwickelt.

Die Reblaus hat schon viel Geschichte geschrieben, sodass der Weinbau beinahe gänzlich vor dem Aussterben bedroht war. 1863 kam aus Amerika eine Fuhre Setzlinge, mit ihnen die Rebläuse, hier wiesen sie keine Residenz auf und das Unheil nahm seinen Lauf. In Frankreich wurden zwei Drittel der Weinproduktion zerstört, danach gelangte sie nach Deutschland, Portugal, Australien und Südafrika. Es dauerte etliche Jahre, bis sich die Pfropfenrebe entwickelte und die Invasion in den Griff bekommen wurde.