Rebschnitt

Eine tragende Rute so zu schneiden, dass an ihr gehaltvolle Trauben wachsen, ist alles, was einen guten Rebschnitt ausmacht. So viel zur Theorie, die Praxis fällt allerdings erheblich umfangreicher aus. Da eine tragende Rute am zweijährigen Holz wächst, muss dafür gesorgt werden, dass ein neuer Trieb nachwächst, der im Folgejahr die Tragerute wird. Generell sagt man, dass immer in der Mitte zweier Augen geschnitten wird, sodass eine möglichst kleine Wundfläche existiert, aber zwingend einen Zentimeter über dem, welches stehen bleibt. Man sollte stets darauf achten, dass die Wunde vor Regenwasser geschützt ist.

Im ersten Jahr zieht man sich nur einen Haupttrieb heran, der etwa jede Woche neu an den Pfahl oder das Drahtgerüst gebunden wird. Handelt es sich um die passende Rebe am passenden Ort, kann der Haupttrieb bereits im ersten Jahr 2 m lang werden. Hat er es nicht einmal auf einen Meter gebracht, kürzt man ihn bis auf zwei Knospen und zieht im neuen Jahr einen neuen Trieb heran. Hat er die gewünschte Höhe erreicht, wird er über der letzten gut ausgereiften Knospe abgekappt.

Nun wachsen Sprossen aus der Tragrebe, die späteren Trauben. Nach der Ernte wird dann die Tragrebe weggeschnitten, damit die Neue Platz hat. Eine Tragerebe kann nur eine sein, die auf dem Holz des Vorjahres steht - auf einem des gleichen Jahres, wäre sie unfruchtbar. Im Juni schneidet man die tragende Rute zurück, damit die Trauben besser reifen können. Die Ruten, die fürs nächste Jahr benötigt werden, kappt man Ende August, bis drei Knospen über dem Punkt, wo sie beim Winterschnitt vollkommen abgeschnitten werden

 Würde man einen Rebstock sich selbst überlassen, würden - außer jeder Menge Holz - nur winzige Trauben entstehen.