Restzucker

Nach der Weingärung können im Wein Zuckerreste verbleiben, da sie entweder künstlich unterbrochen wurde oder die beigefügten Hefen keine Wirksamkeit mehr zeigen. Dies bezeichnet man als Restzucker. Je nach Restzuckeranteil macht er aus dem Wein einen süßen, lieblichen, halbtrockenen oder trockenen Wein. Dieser Restzucker wird auch als Restsüße deklariert. Der Restzuckergehalt wird kaum auf den Weinetiketten angegeben, obwohl er vom Gesetz her klar geregelt ist.

Die Grenzen verlaufen wie folgt: Ein trockener Wein muss einen Restzuckergehalt von weniger als 9 g/l aufweisen, der gesamte Säureinhalt darf parallel maximal 2 g/l weniger betragen, als der Restzuckerwert. Beim halbtrockenen Wein gilt für den Restzucker ein Wert bis 18 g/l, wobei der Gesamtsäureanteil hier nicht um mehr als 10 g/l unter dem Restzucker liegen darf. Der liebliche Wein darf einen Restzuckeranteil bis 45 g/l besitzen, der süße demzufolge mehr als 45 g/l.

Es gibt außerdem die inoffizielle Bezeichnung „fränkisch trocken" für einen Wein, der aus Franken kommt und weniger als 4 g/l Restzucker enthält. Liebliche Weine, die nicht ansatzweise an die 45 g/l herankommen, nennt man auch feinherb. Der „fränkisch trocken" wird bei hervorragenden Gärbedingungen unter 1 g/l herunter gegärt.

Wie süß ein Wein wird, hängt also nicht alleine vom Restzucker ab, sondern der Geschmack steht immer im Zusammenhang mit dem Säureanteil. Ein Wein, der einen großen Restzuckeranteil hat, kann aufgrund seines Säuregehaltes immer noch trocken schmecken. Der Schaumwein sowie der Champagner besitzen ebenfalls solche Stufen, die allerdings abweichend von denen im Wein sind.