Sherry

Der Sherry ist ein Likörwein. Bei diesem verstärkten Weißwein handelt es sich um eine Herkunftsbezeichnung, denn nur Weine aus Jerez de la Frontera in Andalusien dürfen sich Sherry nennen - genauer gesagt, aus dem Dreieck von Jerez, El Puerto de Santa Maria und Sanlúcar de Barrameda. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde er dank der englischen Handelshäuser weltweit bekannt.

Es gibt ihn in verschiedenen Spielarten: trocken und süß, hell und dunkel. Eine Faustregel für den spanischen Klassiker, der es in alle Welt geschafft hat, ist, dass der Sherry je dunkler er ist, desto süßer ist er - ist er hell, mutet er trocken an. Der Sherry ist trotz seiner Süße sehr flexibel und kann zu den unterschiedlichsten Speisen und Anlässen gereicht werden. In seinem Herkunftsland gibt es typische Sherrygläser. Idealerweise serviert man den Sherry gut gekühlt. Die beiden Sherrytypen Manzanilla und Fino sind nach der Öffnung leider nicht sehr lange haltbar, nur die dunkleren Sherrys können im Kühlschrank gelagert einige Wochen halten.

Der Sherry entwickelt durch seinen typischen Reifeprozess und das Produktionsverfahren Aromen aus Nüssen wie Mandel, Hasel- und Wallnüssen, gelegentlich auch etwas hefig. Alle Sherrysorten haben etwas gemeinsam: Sie wurden aus der Rebsorte Palomino gewonnen. Nach der abgeschlossenen Gärung setzt man ihm Branntwein zu, spritet ihn auf, der Alkoholgehalt wird von etwa 11 °C auf bis zu 19 °C erhöht. Nun reift er „an der Luft", denn das große Fass, in dem er gelagert wird, ist offen. Sämtliche Sherrys sind somit in ihrem Ursprung trocken. Seine Süße erlangt er aus den beigefügten Reben Pedro Ximenez oder Moscatel. Da diese Trauben erst getrocknet werden und nicht nach der Lese bereits gekeltert, besitzen sie so einen konzentrierten Zuckeranteil, dass er nicht komplett in Alkohol umgewandelt werden kann. Für einen originalen Sherry dürfen nur diese drei Rebsorten verwendet werden, dienen aber auch in anderen Regionen zu Herstellung klassischer Weine.