Solaris

Die weiße Solarisrebe ist eine Neuzüchtung, die aus der Kreuzung von Merzling und einer Samenpopulation aus den Reben Muskat-Ottonel und Zarya Servera stammt. Lange Zeit war die Population der Vatersorte ungeklärt, erst seit 2003 ist sie verbindlich bestätigt. Die Kreuzung wurde 1975 vorgenommen und besitzt seit dem Jahr 2001 den Sortenschutz. Charakteristisch für die Solaris sind ihre Resistenz gegen Pilze und der hohe Oechselgrad bei einer ausgesprochen frühen Reife. In Deutschland sind circa 55 Hektar mit der Solaris bestockt, 35 Hektar davon in der Weinregion Baden, im Markgräferland. Ebenfalls kleine Anbauflächen befinden sich in der Schweiz im Kanton Zürich. Die Eigenschaften des Weins sind aufgrund der noch recht jungen Existenz der Rebe noch weitestgehend unbekannt und es wurde erst sehr wenig Erfahrung mit den Produkten gesammelt. Durch den ausgesprochen hohen Alkoholgehalt ist sie wahrscheinlich ausgezeichnet für Assemblagen geeignet, da sie vermutlich in der Lage ist, Fülle mitzubringen. Mit ihrer Fruchtigkeit und ihrer Reife unterstützen sie als Verschnittpartner bereits gelegentlich den Weißburgunder und den Riesling. Aber auch zur Herstellung von Dessertweinen oder Süßeweinen sollte die Rebe ideale Voraussetzungen mitbringen, denn ihre Süße könnte einer guten Beerenauslese oder einem Strohwein dienen. Bereits zum Beginn des Septembers besitzt sie 100 Grad Oechsle (eine Trockenbeerenauslese benötigt 150 Grad Oechsle) im Mostgewicht, was die Ansprüche an die Lagerung vermindert. Die Solaris ist auch bei Freunden von süßen Trauben als Tafeltraube sehr beliebt. Synonyme für die Solarisrebe sind noch keine bekannt.