Terroir

Wenn man sich mit dem Thema Wein beschäftigt, begegnet man überall dem Begriff „Terroir" - ein herrliches Wort, doch nirgends findet man eine unmissverständliche Definition. So häufig man über Terroir stolpert, so häufig sind auch die unterschiedlichen Erklärungen.

Bleibt also die Frage, ob Terroir ein Modewort ist?

Im Großen und Ganzen scheint man sich zumindest vom Grundsatz her einig zu sein, dass Terroir besagt, dass das Weinergebnis nicht nur durch Technik und Marketing geprägt sind, sondern durch Natur und Händchen des Winzers - klingt gut, aber sehr ungenau und eher idealistisch! Mit den 90er Jahren tauchte auf einmal das Wort Terroir auf und man verwendete es, ohne zu wissen, was es bedeutet. Es wurde zu Beginn „nur" von Weinprüfern benutzt, um ein erdiges Aroma zu bekräftigen. Auf einmal entwickelte sich aus dem wohl eher unangenehmen Geschmackston ein Modewort, das besagt: Die Weine verkörpern die Identität einer Region und seinem Winzer - was allerdings einer Globalisierung gleichen würde. Irgendwann nutzte man den Begriff auch, um guten Wein auszuzeichnen und viele Konsumenten zu erreichen.

Manchmal hat es den Anschein, Terroir nutzen die kleinen Handwerkbetriebe, um sich von der industriellen Herstellung abzugrenzen. In Frankreich bezeichnet man unter den Winzern den Terroir als „gewachsenen Geschmack" - heute wird er jedoch überall als Marketingstrategie verwendet. Nur wenige Weingüter begreifen dieses Wort im ursprünglichen Sinne: Sie wissen, dass es arbeits- und kostenintensiv ist, einen Geschmack reifen zu lassen.