Traubenlese

Ohne die Weinlese, die Ernte der Trauben, kann kein Tropfen Wein entstehen. Die Traubenlese findet je nach Land, Region unterschiedlich statt. Auf der südlichen Halbkugel findet sie in den Monaten März und April statt, auf der Nordhalbkugel in der Regel im September bzw. im Oktober. Lange Zeit war in Deutschland der Termin der Traubenlese gesetzlich bestimmt, heute darf jeder Winzer den Zeitpunkt selber entscheiden. Bei der Lese werden die Trauben vom Rebstock entfernt und zum Weingut befördert.

Die Handlese ist die traditionellste, wenn auch aufwendigste Lese. Hierbei werden die Trauben mit dem Rebmesser vom Stiel entfernt und in Behältern gesammelt. Ein geübter Weinleser schafft an einem Tag zwar bis zu zwei Tonnen Trauben zu lesen, doch ist die Handlese eine kraftraubende Arbeit. Die Geschwindigkeit ist jedoch nicht nur vom Leser, sondern auch von der Tragdichte, der Bestockungsdichte, sowie der Erziehungsform abhängig. Die besten Winzer schwören auf diese Form der Weinlese, da sie eine direkte Selektion ermöglicht und schonender ist. Doch immer mehr Betriebe führen die Weinlese inzwischen mit Maschinen durch. In einigen Regionen gibt es Vollernter, also Maschinen, die speziell auf die Traubenlese ausgerichtet sind. Bei der maschinellen Lese gibt es verschiedene Varianten: Zum einen werden die Trauben durch Rütteln und Schlagen von den Stöcken gelöst. Bei einer anderen Variante werden sie abgesaugt - beides Methoden, die wesentlich schneller gehen, jedoch werden durch diese moderne Technik die Beeren weitaus gröber behandelt und beschädigt, auch das Gehölz nimmt gelegentlich Schaden. Da ein Vollernter komplett aberntet und nicht auswählen kann, muss stets mit der Hand nachsortiert werden. Wird die maschinelle Ernte sorgfältig vorgenommen, sollte diese keinerlei schlechte Einwirkung die Qualität des Weines haben.

In besonders heißen Anbauländern wird die Ernte nachts durchgeführt. Allerdings nicht wegen den Lesern, sondern weil die Trauben von der Nachtlese profitieren, da bei den nächtlichen Temperaturen die Trauben vor der Oxidierung und der vorzeitigen Gärung geschützt werden.