Weinjahr

Die Qualität eines Weines zeigt sich in den Weingärten, nicht erst im Keller. Lange Zeit war man der Ansicht, dass die Weine im Keller entstehen. Sicher kann ein guter Kellermeister den Wein noch stärker betonen, aber aus einer schlechten Traube macht er keinen guten Wein.

Um eine gute Grundlage zu bekommen, bedarf es Monat für Monat, Tag für Tag einer kontinuierlichen und arbeitsintensiven Leistung in den Weinbergen.

Ein typisches Weinjahr beginnt im Oktober. Im Oktober werden die Weinberge für das kommende Jahr vorbereitet - das heißt, neu bestockt bzw. vorhandene Reben werden gerodet In den Monaten November und Dezember werden die Böden aufgepflügt und es erfolgt der Winterschnitt. Hierbei werden altes Geäst oder unerwünschte Triebe entfernt. Außerdem häuft man um die Rebstöcke einen Frostschutz an. Das neue Jahr beginnt im Januar und auch noch im Februar mit dem bedeutenden Rebschnitt. Dieser Rebschnitt kann nicht von einer Maschine übernommen werden, da jeder Rebstock eine persönliche Behandlung benötigt, um optimal vorbereitet zu sein. Nur ein individueller Rebschnitt kann einen guten Ertrag liefern. Im März/ April werden die Ruten stabilisiert und angebunden, außerdem werden die umliegenden Bedingungen optimiert (Bodenbearbeitung, Begrünung). Es wird ggf. das erste Mal gedüngt und gespritzt - dies stets unter der Berücksichtigung, dass es minimiert stattfindet: Es wird versucht, jegliche Chemikalien vollends zu vermeiden. Mit den steigenden Temperaturen im Mai und Juni wachsen die Reben schneller, so dass sich entwickelnde Triebe angebunden und Schösslinge entfernt werden müssen. Dieser Zeitpunkt ist für die spätere Entwicklung ausgesprochen wichtig. Spielt das Wetter in dieser Phase nicht mit, beeinflusst das den späteren Ertrag und den Geschmack maßgeblich, denn nun werden aus den Trieben die Trauben. Im Juli werden die Triebe erneut befestigt und die Zweigspitzen abgezwickt, damit den späteren Trauben mehr Nährstoffe zukommen können. Um optimale Ergebnisse zu erreichen, werden manche Zweige auch komplett entfernt. Auch ein Entfernen einzelner Blätter wird vorgenommen, damit mehr Licht an die Trauben gelangen kann. In den folgenden beiden Monaten August und September werden weitere Stutzungen vorgenommen und kurz vor der Ernte muss das Stadium stets kontrolliert werden, damit man den Lesebeginn optimal starten kann.

All diese Schritte werden beeinflusst durch die Natur, Regen, Hagel, Frost, Hitze, Schädlinge. Diese Schritte sind nun mal nicht vorhersehbar, so bleibt jedes Weinjahr spannend.