Zucker

Normalerweise wird bei der Gärung der natürliche Zucker in Alkohol umgewandelt, in manchen Anbaugebieten ist es jedoch üblich, die Weine anzureichern, da sie ansonsten geschmacklich zu leer wären. Hierfür gibt der Winzer während des Gärungsprozesses Rüben-oder auch Rohrzucker zu der Maische. Doch der Winzer darf keineswegs die Richtlinien außer acht lassen, denn in Prädikatsweinen darf kein Zucker hinzugegeben werden. Die Regelungen hierfür sind selbst in den europäischen Nachbarländern sehr unterschiedlich. Generell verleiht der Zucker Kraft und Fülle, hat aber kaum Einfluss auf den Charakter. Der Zuckergehalt wird üblicherweise in Oechsle gemessen.

Manche Rotweine schmecken so süßlich, dass man meinen könnte, es wäre Zucker angereichert worden. Dieser Eindruck täuscht jedoch, denn besitzt der Wein einen hohen Fruchtextraktanteil und hohe Glycerinwerte, schmeckt er in der Tat süßlich, auch wenn sie trocken ausgebaut wurden.

Winzer in den wärmeren Regionen haben häufig das Problem, dass die Trauben so sehr ausgereift sind, dass die Hefen es nicht schaffen, den Zucker vollständig in Alkohol umzuwandeln. Hier ist wirklich die Geduld, das Händchen und manchmal auch nur das Glück des Winzers gefragt, den Wein so vollständig wie möglich durchgären zu lassen.

Auch die vielen roten Süßweine haben ihren Charakter und ihre Zuckerkonzentration meist ausschließlich der Gärung und der Rebsorte zu verdanken. Denn ihre Süße darf niemals aus untergemischtem Zucker bestehen, sondern stets durch die Kraft der Sonne und das Herz des Winzers.